Wichtige Fakten
- Was ist der HS-Code?
- Der sechsstellige HS-Code ist ein weltweit genutztes System zur Warenklassifizierung im internationalen Handel.
- Wie unterscheidet sich der TARIC-Code?
- Der TARIC-Code ist eine EU-spezifische Erweiterung des HS-Codes, die bis zu zehn Stellen umfassen kann.
- Welche Rolle spielen HS- und TARIC-Codes in der EUDR?
- Die EUDR nutzt HS- und TARIC-Codes zur Identifizierung der betroffenen Waren und zur Sicherstellung der Sorgfaltsüberprüfung.
- Wo können Unternehmen die relevanten HS- und TARIC-Codes finden?
- Die Plattformen EZT-Online und TARIC stellen zentrale Anlaufstellen dar.
- Welche Funktion haben die Y-Codes?
- Y-Codes bieten spezifische Informationen zu Ausnahmeregelungen.
- Warum ist die korrekte Klassifikation von Waren für Unternehmen wichtig?
- Die präzise Klassifikation von Waren mithilfe der HS- und TARIC-Codes ist von entscheidender Bedeutung, um eine reibungslose Ein- und Ausfuhr zu gewährleisten.
Executive Summary
Der HS-Code ist ein sechsstelliges, weltweit anerkanntes System zur Klassifizierung von Waren im internationalen Handel. Die EUDR integriert ihn, um betroffene Waren und deren Due-Diligence-Anforderungen zu identifizieren. Der TARIC-Code ist eine EU-spezifische Erweiterung des HS-Codes mit bis zu zehn Stellen, der zusätzliche EU-Maßnahmen wie Zölle und Einfuhrbeschränkungen abbildet. Die EUDR nutzt TARICs, um festzulegen, welche Waren einer Due-Diligence-Überprüfung unterliegen.
Der Zusammenhang beider Codes ist zentral: Durch ihre Kombination wird sichergestellt, dass Waren korrekt klassifiziert, einer Due-Diligence-Überprüfung unterzogen und als entwaldungsfrei ausgewiesen werden.
Unternehmen finden die relevanten HS-Codes über EZT-Online (deutsche Zollplattform) und TARIC-Codes in der EU-Zolltarifdatenbank der Europäischen Kommission. Ergänzend enthält die EUDR-Verordnung selbst Informationen zu den betroffenen Codes.
Handlungsempfehlungen
→ Wareneinstufung regelmäßig überprüfen: HS- und TARIC-Codes systematisch auf Aktualität prüfen.
→ Due-Diligence-Prozesse etablieren: Klare interne Prozesse zur Risikoprüfung und Dokumentation sichern die Nachverfolgbarkeit entlang der Lieferkette.
→ Lieferanten aktiv einbinden: Lieferanten frühzeitig über EUDR-Anforderungen informieren und zu Herkunftsnachweisen verpflichten.
→ Fachexpertise nutzen: Zoll- und Compliance-Experten oder spezialisierte Softwarelösungen helfen, Fehler bei der Klassifizierung zu vermeiden.
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Unterschied zwischen HS-Codes und TARIC-Codes
Der HS-Code, oder Harmonisiertes System zur Bezeichnung und Codierung von Waren, bildet die Grundlage für die internationale Handelsklassifizierung. Diese sechsstellige Codierung wird weltweit genutzt, um Waren systematisch einzuordnen und den Handel zwischen verschiedenen Ländern zu erleichtern. Der Aufbau des HS Codes folgt einem international anerkannten Schema, welches eine vereinheitlichte Klassifikation ermöglicht und somit Transparenz und Einheitlichkeit im globalen Handel gewährleistet. Für Ausfuhren ist eine Erweiterung auf acht Stellen (kombinierte Nomenklatur) erforderlich, während Einfuhren bis zu zehn oder teilweise elf Stellen (Zolltarifnummern und nationale Besonderheiten) benötigen.
Es lässt sich zusammenfassen, innerhalb der EU wird der HS-Code um zwei Stellen zur Nomenklatur ergänzt. Dabei geben die zusätzlichen Ziffern die an neunter und zehnter Stelle stehen den TARIC an. Er stellt Informationen zu EU-Maßnahmen wie Zusatzzöllen bereit, während die elfte Stelle nationale Regelungen wie Verbote oder Beschränkungen beschreibt.
Der HS-Code bildet mit sechs Stellen die globale Basis, die EU erweitert ihn auf bis zu elf Stellen. Die Stellen 9–10 definieren den TARIC für EU-Maßnahmen, Stelle 11 nationale Besonderheiten.
TARIC-Codes: Ein umfassender Überblick
Die rechtliche Grundlage des TARIC bildet die Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 vom 23. Juli 1987, die die zolltarifliche Nomenklatur und den Gemeinsamen Zolltarif der EU regelt.
Der TARIC harmonisiert EU-spezifische Anforderungen im Handel und umfasst dabei zwei wesentliche Maßnahmenkategorien:
- Tarifäre Maßnahmen regeln Zollsätze und -präferenzen gegenüber Drittländern, Zollkontingente sowie temporäre Zollaussetzungen. Im Agrarbereich kommen zusätzlich spezifische Regelungen zu Zusatzzöllen und Preisfestsetzungen hinzu.
- Nicht-tarifäre Maßnahmen umfassen handelspolitische Instrumente wie Antidumping- und Ausgleichszölle, Ein- und Ausfuhrverbote für bestimmte Länder oder Waren sowie die Kontrolle sensibler Güter. Darunter CITES-Waren, Dual-Use-Güter und Luxusgüter. Veterinär- und Phytosanitärkontrollen sichern zusätzlich die Einhaltung von Sicherheitsstandards.
Insgesamt stellt der TARIC sicher, dass alle Import- und Exportprozesse den EU-Richtlinien entsprechen und Integrität sowie Nachhaltigkeit im internationalen Handel gewährleistet sind.
Der Aufbau von HS- und TARIC-Codes am Beispiel Kleiderbügel
Eine beispielhafte Gegenüberstellung am Beispiel Kleiderbügel aus Holz verdeutlicht den praktischen Nutzen dieser Codes. Der HS Code für Ihr Produkt kann allgemeine Informationen über die Warengruppe liefern, während der TARIC-Code spezifische Zölle oder handelsbezogene Anforderungen für den Import in die EU bereithält. Somit fungieren diese Codes gemeinsam als umfassendes System zur Effizienzsteigerung und Regulierung internationaler Handelsaktivitäten.

Bei einer Einfuhranmeldung muss stets die 11-stellige Codenummer angegeben werden, während in der Ausfuhranmeldung ausschließlich die 8-stellige Warennummer zu nennen ist.
Ermittlung von HS- und TARIC-Codes in der EUDR
Die Harmonisierten System-Codes (HS-Codes) und der TARIC (Integrated Tariff of the European Communities) spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der EU-Verordnung zur Vermeidung von Entwaldung (EUDR). Diese Codes dienen als Grundlage zur eindeutigen Identifikation von Warengruppen, die von der Verordnung betroffen sein könnten.
Die C-Codes betreffen die Erklärung zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten
Wenn Produkte, die unter die EUDR fallen, importiert oder exportiert werden, lässt sich jedoch allein anhand des bereits existierenden TARIC nicht sofort feststellen, ob für diese eine Sorgfaltserklärung vorliegt oder nicht. Aus diesem Grund hat die EU-Kommission neue TARICs im Zusammenhang mit der EUDR veröffentlicht, die dem Zoll die schnelle Identifikation ermöglichen, ob ein relevantes Produkt den Anforderungen der EUDR entspricht oder nicht.
TARIC-Code C716
Wichtig ist der TARIC-Dokumentencode C716. Dieser zeigt an, dass eine Sorgfaltserklärung vorhanden ist und das Produkt in den Umlauf gebracht werden darf. In der Praxis bedeutet dies, dass, sofern für die betreffende Ware eine Sorgfaltserklärung vorliegt, ab dem Anwendungsbeginn der Verordnung neben der vollständigen Zolltarifnummer auch der TARIC-Code C716 bei der Zollanmeldung anzugeben ist. Bei der Erstellung der Zollanmeldung sind für jede dieser Informationen, einschließlich etwaiger weiterführender Angaben wie der Bezeichnung der Ware, spezifische Eintragungsfelder vorgesehen.
TARIC-Code C717
Es wird des Weiteren ein neuer TARIC-Code C717 eingeführt, der für KMU-Marktteilnehmer relevant ist, die gemäß Art. 4 Abs. 8 EUDR von der Sorgfaltspflicht befreit sind. In anderen Worten, betroffene KMUs müssen keine Sorgfaltspflichten für bereits deklarierte relevante Erzeugnisse übernehmen, die bereits der Sorgfaltspflicht entsprechen und für die eine Sorgfaltserklärung vorliegt. Dieser Code muss beim Zoll angegeben werden, wenn die Unternehmen keine Sorgfaltspflicht für bereits meldepflichtige Erzeugnisse erfüllen müssen und eine entsprechende Sorgfaltserklärung vorliegt. C717 dient als Referenznummer für die zuvor übermittelte Sorgfaltserklärung.
Wichtig ist dabei die Logik nach den Vereinfachungen Ende 2025. Die Verantwortung für die formale DDS liegt grundsätzlich beim Erstinverkehrbringer, und die Pflicht, Referenznummern zu sammeln und aufzubewahren, trifft in der Kette vor allem den ersten Downstream Operator. Dadurch wird Doppelarbeit reduziert, ohne dass die Qualität der vorgelagerten Prüfungen an Bedeutung verliert.
Seit der Revision Ende 2025 wurden bestimmte Druckerzeugnisse aus Kapitel 49 (CN) aus dem EUDR-Scope entfernt, z. B. Bücher, Zeitungen und andere Druckerzeugnisse.

Die Y-Codes beziehen sich auf spezifische Ausnahmen
Y-Codes bieten spezifische Informationen zu Ausnahmeregelungen, die vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wichtig sind. Zudem umfassen sie relevante Regelungen für Waren, die aus Materialien hergestellt wurden, deren Lebenszyklus bereits abgeschlossen ist.
Ein neuer TARIC-Code Y129 wurde für die „ex“-Codes im Anhang I der EUDR eingeführt. Der Code bezieht sich auf die Deklaration von Waren, die nicht in den Anwendungsbereich von Verordnung fallen, sogenannte „ex“-Erzeugnisse. Hier ist es erforderlich, dass der Anmelder angeben kann, dass die Verordnung für die Einfuhr nicht anwendbar ist, selbst wenn das deklarierte Produkt einem Nomenklaturcode zugeordnet ist, der von der EUDR erfasst wird.
Zur Verdeutlichung:
Das "ex" vor der Warentarifnummer kennzeichnet ein Erzeugnis als Auszug aus einer Gruppe von Produkten mit identischer Nummer. Zum Beispiel bezieht sich der Tarifcode 9401 auf Sitzmöbel, einschließlich solcher aus verschiedenen Materialien, jedoch unterliegen nur die Möbel aus Holz den spezifischen Anforderungen der Verordnung.
Der TARIC-Code Y132 bezieht sich speziell auf Art. 1 Abs. 2 EUDR. Er besagt, dass die Vorschriften der EUDR nicht auf die in Anhang I genannten relevanten Erzeugnisse angewendet werden, wenn sie vor dem in Art. 38 Abs. 1 EUDR festgelegten Datum, also vor Geltungszeitraum der EUDR, hergestellt wurden.
Der TARIC-Code Y133 definiert eine Ausnahme gemäß des zweiten Absatzes in Anhang I der EUDR, wonach die Verordnung nicht für Waren gilt, die vollständig aus Materialien hergestellt sind, deren Lebenszyklus abgeschlossen ist. Diese Produkte gelten als recycelt.
Der TARIC-Code Y141 wird verwendet, um die Übergangsregelung nach Artikel 38 Absatz 3 der EUDR in der Zollanmeldung kenntlich zu machen. Das greift für Marktteilnehmer, die als natürliche Personen oder als Kleinst- bzw. Kleinunternehmen gelten und bereits zum 31. Dezember 2024 in dieser Form bestanden. Für diese Gruppe verschiebt sich die Anwendung der zentralen EUDR-Pflichten auf den 30. Juni 2027. Das ist relevant, weil sich dadurch auch die Frage verschiebt, ab wann im Zollprozess EUDR-spezifische Nachweise und Referenzen erwartet werden. Gleichzeitig gilt diese Erleichterung nicht in allen Konstellationen, denn für bestimmte Holz- und Holzerzeugnisse, die schon unter die frühere EU-Holzhandelslogik fielen, können abweichende Regeln greifen. Deshalb lohnt es sich, Y141 immer im Zusammenhang mit dem konkreten Produkt, der eigenen Rolle und dem aktuellen TARIC-Stand zu prüfen.
Darüber hinaus wurde der TARIC-Code Y142 eingeführt, der für Zollerklärungen im Zusammenhang mit nicht gewerblichen Tätigkeiten gilt. Dieser Code verweist insofern auf die in den Art. 2 Ziff. 15, 17, 18 EUDR genannten Definitionen.


Die Kombinierte Nomenklatur (KN) und der TARIC sind nahtlos in die EUDR integriert, um eine klare Klassifizierung von Produkten zu gewährleisten, die möglicherweise zur Entwaldung beitragen. Diese Kodifizierung erleichtert nicht nur den Verwaltungsprozess, sondern ist auch ein unverzichtbares Werkzeug für Unternehmen, die im internationalen Handel tätig sind. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen präzise bestimmen, ob ihre Waren den Vorgaben der Verordnung entsprechen und welche regulatorischen Schritte erforderlich sind, um die Compliance sicherzustellen.
Die genannten Codes spielen eine zentrale Rolle in der Risikoanalyse sowie der Erstellung von Sorgfaltserklärungen. Durch eine präzise Kategorisierung von Produkten sind Unternehmen in der Lage, potenzielle Risiken in ihren Lieferketten effektiver zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung zu implementieren. Die Fähigkeit, die relevanten Codes für ihre Produkte erfolgreich zu erkennen und anzuwenden, stellt somit einen wesentlichen Bestandteil der strategischen Planung und Umsetzung von EUDR-Compliance dar.
Merke: Die korrekte Identifikation und Anwendung der KN- und TARIC-Codes ist Voraussetzung für eine valide Risikoanalyse und rechtssichere Sorgfaltserklärung gemäß EUDR.
Meldepflicht bei Rohstoffen und Endprodukten – Was gilt wann?
Die Meldepflicht bei Rohstoffen und Endprodukten ist ein entscheidender Aspekt der EUDR. Vor allem stellt sich die Frage: Wenn ein Rohstoff von der Regulierung betroffen ist, gilt dies automatisch auch für das daraus resultierende Endprodukt? Die Antwort ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Pflicht, Referenznummern zu sammeln und zu halten, trifft praktisch nur den ersten Downstream Actor, denn die Weitergabe entlang der gesamten Kette wurde Ende 2025 ausdrücklich entschärft.
Ein Endprodukt wird dann EUDR-relevant, wenn es bestimmte Kriterien erfüllt. Dazu zählen die KN-Position, die Verarbeitungstiefe sowie die ex-Bezeichnung des Produkts. Die KN-Position, auch als Kombinierte Nomenklatur bezeichnet, ist ein wichtiger Faktor, da sie die Einstufung von Waren im internationalen Handel regelt und hilft, die regulatorischen Anforderungen zu bestimmen. Die Verarbeitungstiefe und die ex-Bezeichnung geben darüber hinaus Aufschluss darüber, inwieweit ein Produkt von der Regulierung betroffen ist.
Um dies zu verdeutlichen, sind Beispiele für Produktklassifizierungen hilfreich.
Schritt 1: Einsicht in Anhang I der EUDR
✔️ In der Tabelle zu Anhang I sind die Waren gemäß ihrer Klassifizierung in der Kombinierten Nomenklatur aufgeführt.
Schritt 2: Ermittlung der KN-Position
✔️ Ermitteln Sie die KN-Position für die betroffenen Waren auf TARIC. Beispielsweise betrifft Kapitel 44 Holz und Holzwaren.
Schritt 3: Überprüfung von Anhang I auf ex-Code in der entsprechenden Kategorie
✔️ Überprüfen Sie Anhang I nach relevantem Rohstoff und relevanten Erzeugnissen. Es gilt die ex-Codes zu beachten. Beispiel: Der Tarifcode ex9401 umfasst Sitzmöbel aus unterschiedlichen Materialien, wobei lediglich die Holzprodukte den spezifischen Anforderungen der EUDR unterliegen.

Praktische Umsetzung für Unternehmen
Unternehmen, die im internationalen Handel aktiv sind, stehen vor der Herausforderung, korrekte und aktuelle HS- (Harmonisiertes System) und TARIC-Codes (Integrierter Zolltarif der Europäischen Gemeinschaften) zu verwenden. Die genaue Einstufung der Waren ist essenziell, um zollrechtliche Verpflichtungen zu erfüllen und potenzielle rechtliche Risiken zu vermeiden. Eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung dieser Codes im Unternehmen ist daher von großer Bedeutung.
Die Zusammenarbeit zwischen Zollabteilung, Einkauf und Produktmanagement spielt hierbei eine zentrale Rolle. Ein effektiver interner Austausch stellt sicher, dass alle relevanten Abteilungen stets auf dem neuesten Stand sind und gemeinsam an der korrekten Wareneinstufung arbeiten. Dies verhindert nicht nur Verzögerungen im Betriebsablauf, sondern fördert auch die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Um die Komplexität der Tarifierung effektiv zu bewältigen, sollten Unternehmen auf eine korrekte Klassifikation ihrer Waren achten. Hierzu bietet sich die Nutzung von praxisnahen Anleitungen sowie digitalen Hilfsmitteln wie EU-Zolltarifdatenbank (TARIC) und EZT-Online an. Diese Tools ermöglichen eine präzise und effiziente Klassifizierung und unterstützen Unternehmen dabei, ihre Compliance-Ziele nachhaltig zu erreichen.
Tipps zur Umsetzung:
- HS- und TARIC-Codes regelmäßig auf Aktualität und Korrektheit überprüfen
- Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Zoll, Einkauf und Produktmanagement sicherstellen
- Digitale Tools wie EU-Zolltarifdatenbank (TARIC) und EZT-Online aktiv nutzen
- Interne Prozesse zur Wareneinstufung dokumentieren und standardisieren
Fazit
Warencodes sind die Grundlage für EUDR-konforme, transparente Lieferketten und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Eine fehlerhafte Klassifizierung kann erhebliche regulatorische Risiken, wie Einfuhr- und Ausfuhrverbote, nach sich ziehen.
Unternehmen sollten daher einen strukturierten Prozess zur regelmäßigen Überprüfung und Aktualisierung ihrer HS- und TARIC-Codes etablieren. Alle Änderungen sollten lückenlos dokumentiert werden, um interne Audits und eine transparente Berichterstattung zu erleichtern.
Häufige Fragen
Der HS Code (Harmonisiertes System) ist eine internationale Klassifizierungsmethode mit sechs Stellen, die weltweit zur systematischen Einordnung von Waren genutzt wird. Innerhalb der EU wird dieser um zwei Stellen zur Kombinierten Nomenklatur (acht Stellen) ergänzt. Der TARIC-Code fügt zwei weitere Stellen hinzu, um EU-spezifische Handelsschutzmaßnahmen wie Zölle oder Beschränkungen abzubilden. Eine elfte Stelle kann nationale Besonderheiten oder Vorschriften umfassen.
Die HS- und TARIC-Codes sind entscheidend für die Umsetzung der EU-Verordnung zur Vermeidung von Entwaldung (EUDR), da sie die Warengruppen identifizieren, die die Verordnung betrifft. Neue TARIC-Codes wie C716 und C717 helfen, die Einhaltung der Sorgfaltspflichten zu überwachen und sicherzustellen, dass betroffene Produkte den EUDR-Anforderungen gerecht werden.
Der TARIC-Code ist entscheidend für die Importkontrolle, da er spezifische Maßnahmen wie Zollsätze und Einfuhrbeschränkungen angibt. Die Codes 776 und 777 im TARIC-System sind beispielsweise für die Ein- und Ausfuhrkontrolle zur Vermeidung von Entwaldung und Waldschädigung relevant.
C-Codes im TARIC-System sind für die Sorgfaltserklärung von Produkten relevant, während Y-Codes spezifische Ausnahmen dokumentieren, etwa für recycelte Waren oder spezielle KMU-Regelungen. Diese Codes unterstützen Unternehmen und Zollbehörden dabei, konform mit EU-Regularien zu agieren und die Einhaltung von Vorgaben sicherzustellen.
Die Meldepflicht hängt von der Klassifikation der Produkte nach der Kombinierten Nomenklatur (KN) ab. Rohstoffe und daraus resultierende Endprodukte unterliegen der EUDR, wenn sie die spezifischen Kriterien der Verordnung erfüllen, die sich auf die KN-Position, die Verarbeitungstiefe und die ex-Bezeichnung beziehen. Unternehmen müssen die relevanten Produktspezifikationen überprüfen, um ihre EUDR-Konformität sicherzustellen.
Unternehmen sollten regelmäßig ihre Warencodes überprüfen und aktualisieren, um zollrechtliche Anforderungen für den internationalen Versand zu erfüllen und rechtliche Risiken zu minimieren. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Zollabteilung, dem Einkauf und dem Produktmanagement ist entscheidend. Online-Tools wie die EU-Zolltarifdatenbank (TARIC) und EZT-Online können bei der korrekten Klassifikation unterstützen und die Einhaltung der EUDR erleichtern.
Die korrekte Nutzung von Warencodes ist essenziell für die EUDR-Compliance. Unternehmen sollten proaktiv strukturierte Prozesse zur regelmäßigen Überprüfung und Aktualisierung der Klassifikationen implementieren. Darüber hinaus fördert ein umfassendes Dokumentationssystem die Transparenz und Rückverfolgbarkeit, was bei der Erfüllung der regulatorischen Anforderungen hilfreich ist. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre internen Systeme und Prozesse regelmäßig geprüft und an neue regulatorische Anforderungen angepasst werden.

Karim Boukaouche
LinkedInESG-Compliance Experte · lawcode GmbH
Karim Boukaouche berät Unternehmen bei der Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und begleitet die Implementierung digitaler Lösungen für rechtssichere Lieferketten. Seine Fachbeiträge auf dem lawcode Blog verbinden regulatorische Tiefe mit praxisnahen Handlungsempfehlungen.





