Wichtige Fakten
- Was regelt die neue EU-Verpackungsverordnung?
- Die PPWR ist die Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Sie ersetzt die bisherige Verpackungsrichtlinie 94/62/EG durch einheitliche Regeln für Design, Kennzeichnung und Nachweise in der gesamten EU.
- Ab wann gilt die Verordnung?
- Sie ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und gilt seit dem 12. August 2026. Weitere Pflichten folgen gestaffelt bis 2040.
- Welche Unternehmen sind betroffen?
- Betroffen sind alle Unternehmen, die Verpackungen oder verpackte Waren in der EU herstellen, in Verkehr bringen, importieren oder vertreiben. Größe und Branche spielen keine Rolle.
- Was müssen Unternehmen seit August 2026 tun?
- Für jede Verpackung muss eine EU-Konformitätserklärung mit technischer Dokumentation vorliegen. Außerdem gelten Grenzwerte für Schwermetalle und für PFAS in Lebensmittelverpackungen.
- Was droht bei Verstößen?
- Es drohen Bußgelder nach nationalem Recht, in Deutschland nach dem VerpackDG. Hinzu kommen Vertriebsverbote, Rückrufe und Auslistungen durch Handelspartner.
Kurzfassung
Die EU Packaging Regulation macht Verpackungen zu regulierten Produkten. Wie bei einem Elektrogerät oder Spielzeug gilt jetzt: Ohne Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und Konformitätserklärung darf eine Verpackung nicht mehr auf den EU-Markt. Für Lebensmittelkontaktverpackungen gelten zusätzlich strenge PFAS-Grenzwerte. Das ist der Kern dessen, was seit dem 12. August 2026 geprüft werden kann.
Wer welche Pflicht trägt, entscheidet nicht die Unternehmensgröße, sondern die Rolle je Produkt. Ein Handelsunternehmen kann für seine Eigenmarke Erzeuger sein, für importierte Ware Importeur und für Markenartikel Vertreiber. Falsche Rolleneinstufungen gehören deshalb zu den größten Compliance-Risiken. Sie führen zu Lücken bei Konformitätserklärung, Registrierung und Kennzeichnung.
Der größte Aufwand liegt nicht in einzelnen Grenzwerten, sondern in belastbaren Verpackungsdaten. Unternehmen müssen für jede Verpackung nachweisen können, woraus sie besteht, wie viel Rezyklat sie enthält und wer für sie verantwortlich ist. Wer diese Datenbasis jetzt aufbaut, erfüllt nicht nur die Pflichten von heute, sondern auch die Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteil ab 2030.
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Was ist die PPWR?
Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) ist die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle, Verordnung (EU) 2025/40. Sie wurde am 22. Januar 2025 im Amtsblatt veröffentlicht, ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und gilt seit dem 12. August 2026. Als Verordnung wirkt sie unmittelbar in allen 27 Mitgliedstaaten, ohne dass ein nationales Gesetz sie erst umsetzen muss. Die offiziellen Fragen und Antworten finden Sie in der FAQ der EU-Kommission.
Erfasst sind alle Verpackungen, unabhängig von Material, Branche und Vertriebskanal: Verkaufsverpackungen, Umverpackungen, Transportverpackungen und E-Commerce-Verpackungen. Mengenschwellen oder Bagatellgrenzen gibt es nicht.
Welche Ziele verfolgt die EU-Verpackungsverordnung?
Die Verordnung soll Verpackungsabfälle senken und Verpackungen im Kreislauf halten. Konkret verfolgt sie drei Ziele:
- Weniger Verpackungsabfall: Die Abfallmenge pro Kopf soll gegenüber 2018 bis 2030 um 5 %, bis 2035 um 10 % und bis 2040 um 15 % sinken.
- Bessere Recyclingfähigkeit: Ab 2030 müssen alle Verpackungen recyclingfähig sein. Kunststoffverpackungen müssen Mindestanteile an Rezyklat enthalten.
- Ein einheitlicher Binnenmarkt: Gleiche Regeln für Design, Kennzeichnung und Nachweise in allen Mitgliedstaaten ersetzen den bisherigen Flickenteppich nationaler Vorgaben.

Was unterscheidet die PPWR von der alten Verpackungsrichtlinie?
Die alte Verpackungsrichtlinie gab nur einen Rahmen vor. Wie dieser umgesetzt wurde, entschied jeder Mitgliedstaat selbst. Identische Produkte mussten deshalb je nach Absatzland unterschiedlich gekennzeichnet, registriert und dokumentiert werden. Die neue Verordnung ändert das grundlegend:
- Rechtsform: Die Richtlinie musste national umgesetzt werden. Die Verordnung gilt unmittelbar.
- Verantwortung: Statt nach Unternehmenskategorien werden Pflichten nach Rollen je Produkt zugeordnet.
- Nachweis: Neu ist die EU-Konformitätserklärung für jede Verpackung.
- Kennzeichnung: Nationale Sonderregeln weichen ab 2028 einer EU-weit harmonisierten Kennzeichnung.
- Rezyklat: Erstmals gelten ab 2030 Mindestquoten für Kunststoffverpackungen.
- Verbote: Ab 2030 sind bestimmte Einwegkunststoffverpackungen ausdrücklich verboten.
Der entscheidende Wandel für Unternehmen: Was früher länderspezifisch gelöst wurde, muss jetzt einheitlich und EU-weit nachweisbar sein.
Wird die PPWR verschoben?
Nein. Die Verordnung gilt seit dem 12. August 2026, eine Verschiebung der Kernpflichten gibt es nicht. Zwar hatten zahlreiche deutsche Verbände aus Entsorgungs-, Verpackungs- und Konsumgüterwirtschaft gefordert, den Geltungsbeginn auf den 1. Januar 2027 zu verlegen. Die EU-Kommission hat eine Verschiebung jedoch ausgeschlossen und im März 2026 ein Guidance-Dokument mit begleitendem FAQ-Katalog veröffentlicht.
Richtig ist: Viele technische Details werden erst über delegierte Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte konkretisiert, etwa die Kriterien für recyclinggerechtes Design oder die Berechnung des Rezyklatanteils. Das verschiebt aber nur die jeweiligen Folgepflichten, nicht die Pflichten, die bereits gelten. Wer auf weitere Aufschübe wartet, riskiert Vertriebsstopps bei Verpackungen, für die heute schon keine Konformitätserklärung vorliegt.

Welche PPWR-Pflichten gelten seit dem 12. August 2026?
Seit dem Anwendungsbeginn gelten drei Pflichten unmittelbar: die Stoffbeschränkungen für Schwermetalle, die PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelkontaktverpackungen und die Pflicht zu Konformitätsbewertung und EU-Konformitätserklärung. Hinzu kommen Kennzeichnungs- und Informationspflichten der einzelnen Rollen.
Schwermetalle: Grenzwert für jede Verpackung
Nach Art. 5 der Verordnung darf die Summe der Konzentrationen von Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertigem Chrom in einer Verpackung oder ihren Bestandteilen 100 mg/kg nicht überschreiten. Der Grenzwert ist aus der alten Richtlinie bekannt. Neu ist, dass seine Einhaltung jetzt Teil der Konformitätsbewertung ist und dokumentiert werden muss.
PFAS-Verbot für Lebensmittelverpackungen
Verpackungen mit Lebensmittelkontakt dürfen seit dem 12. August 2026 per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) nur noch unterhalb strenger Grenzwerte enthalten:
- 25 ppb für jede einzelne PFAS, gemessen per gezielter Analyse
- 250 ppb für die Summe aller PFAS
- 50 ppm für alle PFAS einschließlich polymerer PFAS
PFAS wurden bislang häufig als fett- und wasserabweisende Beschichtung eingesetzt, etwa in Papier- und Kartonverpackungen für Backwaren, Fast Food oder Tiernahrung. Betroffene Unternehmen sollten Lieferantenerklärungen einholen und im Zweifel Laboranalysen veranlassen.
EU-Konformitätserklärung und technische Dokumentation
Die Konformitätserklärung ist seit August 2026 die Eintrittskarte für jede Verpackung auf den EU-Markt. Der Erzeuger muss vor dem Inverkehrbringen ein Konformitätsbewertungsverfahren durchführen (Art. 15 und 38, Anhang VII) und damit belegen, dass die Verpackung die Anforderungen der Art. 5 bis 12 erfüllt. Auf dieser Grundlage stellt er die EU-Konformitätserklärung aus (Art. 39).
Die technische Dokumentation umfasst insbesondere:
- eine Beschreibung der Verpackung und ihres Verwendungszwecks
- die Materialzusammensetzung und die eingesetzten Stoffe
- Nachweise zu Schwermetall- und gegebenenfalls PFAS-Grenzwerten
- angewandte Normen oder technische Spezifikationen
- Prüfberichte und Lieferantenerklärungen
Die technische Dokumentation und die Konformitätserklärung sind bei Einwegverpackungen fünf Jahre und bei wiederverwendbaren Verpackungen zehn Jahre aufzubewahren. Unterliegt eine Verpackung zusätzlich anderen EU-Rechtsakten mit Konformitätserklärung, genügt eine gemeinsame Erklärung für alle Rechtsvorschriften.
Was das in der Praxis bedeutet: Eine Konformitätserklärung ist nicht pro Unternehmen, sondern pro Verpackung beziehungsweise Verpackungstyp nötig. Bei einem Sortiment mit mehreren tausend Artikeln ist das ohne strukturierte Verpackungsdaten und ein Lieferantenportal kaum zu leisten.
Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit
Der Erzeuger muss auf der Verpackung seinen Namen oder seine Marke und eine Postanschrift angeben, außerdem eine Typen-, Chargen- oder Seriennummer zur Identifizierung. Importeure ergänzen ihre eigenen Kontaktdaten. Diese Angaben ermöglichen es den Marktüberwachungsbehörden, jede Verpackung einem verantwortlichen Akteur zuzuordnen.
PPWR-Rollen: Wer trägt welche Verantwortung?
Die Verordnung ordnet Pflichten nicht Unternehmen, sondern Rollen zu. Entscheidend ist, welche Funktion ein Unternehmen für ein konkretes Produkt und dessen Verpackung übernimmt. Die Begriffe sind in Art. 3 definiert.
Achtung bei der Übersetzung: Die deutsche Fassung verwendet „Erzeuger“ für den englischen „manufacturer“ und „Hersteller“ für den englischen „producer“. Wer mit englischen Leitfäden arbeitet, sollte das wissen, sonst werden Pflichten falsch zugeordnet.
Diese sieben Rollen sieht die Verordnung vor:
Wer eine Verpackung herstellt oder entwerfen bzw. herstellen lässt und unter eigenem Namen oder eigener Marke vermarktet. Er führt die Konformitätsbewertung durch, erstellt die technische Dokumentation, stellt die EU-Konformitätserklärung aus und kennzeichnet die Verpackung (Art. 15).
Wer Verpackungen oder verpackte Waren erstmals in einem Mitgliedstaat bereitstellt, auch per Fernabsatz. Er trägt die erweiterte Herstellerverantwortung: Registrierung, Mengenmeldung und Finanzierung von Sammlung und Verwertung.
Wer dem Erzeuger Verpackungen oder Verpackungsmaterialien liefert. Er stellt die Informationen und Unterlagen bereit, die für die Konformitätsbewertung nötig sind (Art. 16).
Wer Verpackungen aus einem Drittstaat erstmals in der EU in Verkehr bringt. Er prüft, ob die Konformitätsbewertung durchgeführt wurde, bewahrt eine Kopie der Konformitätserklärung auf und gibt seine Kontaktdaten an (Art. 18).
Wer Verpackungen in der Lieferkette bereitstellt, ohne Erzeuger oder Importeur zu sein. Er prüft die Kennzeichnung und darf keine erkennbar nicht konformen Verpackungen vertreiben (Art. 19).
Wer im Auftrag eines Herstellers ohne Sitz im jeweiligen Mitgliedstaat dessen Registrierung und Meldungen übernimmt.
Wer Lagerung, Verpackung, Adressierung oder Versand für andere übernimmt. Er hat Mitwirkungspflichten, wenn kein anderer verantwortlicher Akteur in der EU ansässig ist (Art. 22).

Warum ein Unternehmen mehrere Rollen einnehmen kann
Rollen sind keine festen Unternehmensmerkmale, sondern hängen vom Produkt und vom Vertriebsweg ab. Ein und dasselbe Unternehmen kann:
- für eine Eigenmarke Erzeuger sein, weil sein Name auf der Verpackung steht
- für importierte Ware zusätzlich Importeur sein
- für Markenartikel anderer Unternehmen lediglich Vertreiber sein
- in jedem Absatzland als Hersteller registrierungspflichtig werden
Zudem werden Importeure und Vertreiber selbst zum Erzeuger, wenn sie eine Verpackung unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringen oder sie so verändern, dass die Konformität betroffen sein kann (Art. 20).
So bestimmen Sie Ihre Rolle
Die Rollenbestimmung beginnt immer auf Produktebene. Diese Fragen helfen, für jeden Artikel ein Rollenprofil zu erstellen:
- Unter wessen Namen oder Marke wird die Verpackung in der EU angeboten?
- Wer hat die Verpackung entworfen oder herstellen lassen?
- Stammt das Produkt aus einem Drittstaat, und wer bringt es erstmals in der EU in Verkehr?
- In welchen Mitgliedstaaten wird das Produkt erstmals bereitgestellt?
- Welche Rolle übernehmen Marktplätze oder Fulfilment-Dienstleister vertraglich und tatsächlich?
Das Rollenprofil ist nicht dauerhaft festgelegt. Änderungen im Sortiment, bei Lieferanten oder im Vertrieb können die Pflichten verschieben und sollten regelmäßig geprüft werden.
Typische Fehlannahmen bei der Rolleneinordnung
- „Die Verantwortung liegt beim Verpackungslieferanten.“ Der Lieferant liefert Informationen. Die Konformitätserklärung stellt der Erzeuger aus, in der Regel also der Markeninhaber.
- „Der Marktplatz oder Fulfilment-Dienstleister übernimmt das.“ Ohne klare vertragliche Regelung bleibt die Verantwortung beim Wareninhaber.
- „Wir sind nur Händler.“ Wer Eigenmarken führt, ist für diese Produkte Erzeuger, unabhängig davon, wer abfüllt oder produziert.
- „Eine Registrierung reicht.“ Gefordert sind laufend aktuelle Daten, Meldungen und Nachweise.
Praxisbeispiel: Ein Lebensmitteleinzelhändler verkauft Joghurt unter eigener Marke. Abgefüllt wird bei einer externen Molkerei. Der Händler ist Erzeuger, weil seine Marke auf dem Becher steht. Er muss die Konformitätserklärung ausstellen und die Kennzeichnung sicherstellen. Die Molkerei und der Becherproduzent liefern ihm dafür als Lieferanten Materialdaten und Nachweise. Für die Markenjoghurts anderer Molkereien im selben Regal ist der Händler dagegen nur Vertreiber.
PPWR-Fristen: Der Zeitplan bis 2040
Die Verordnung gilt nicht ab einem einzigen Stichtag. Die Pflichten werden gestaffelt eingeführt, je nachdem, wie aufwendig sie technisch und organisatorisch umzusetzen sind. Für Ihre Planung sind diese Fristen entscheidend:
- 11. Februar 2025: Inkrafttreten der Verordnung.
- 12. August 2026: Anwendungsbeginn mit Konformitätserklärung, technischer Dokumentation, PFAS- und Schwermetall-Grenzwerten sowie Kennzeichnung des Erzeugers. In Deutschland tritt das VerpackDG in Kraft.
- 12. Februar 2028: Bestimmte Verpackungen wie Teebeutel, Kaffeepads und Obstaufkleber müssen kompostierbar sein. In der Gastronomie gilt das Mehrwegangebot für Take-away.
- 12. August 2028: Alle Verpackungen tragen eine harmonisierte Kennzeichnung der Materialzusammensetzung.
- 1. Januar 2029: Pfandsysteme für Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen aus Metall bis drei Liter sind Pflicht.
- 12. Februar 2029: Mehrwegverpackungen tragen eine Kennzeichnung ihrer Wiederverwendbarkeit.
- 1. Januar 2030: Alle Verpackungen müssen recyclingfähig sein. Hinzu kommen Rezyklat-Mindestquoten für Kunststoff, Verbote bestimmter Einwegkunststoffverpackungen, eine Leerraumgrenze von 50 % und Mehrwegquoten für Transportverpackungen.
- 1. Januar 2035: Verpackungen müssen zusätzlich in großem Maßstab tatsächlich recycelt werden.
- 1. Januar 2038: Die niedrigste Recyclingstufe C entfällt.
- 1. Januar 2040: Die Rezyklatquoten steigen, der Verpackungsabfall pro Kopf soll um 15 % gesunken sein.
Einige Fristen hängen davon ab, wann die Kommission die zugehörigen delegierten Rechtsakte oder Durchführungsrechtsakte erlässt. Verfolgen Sie diese daher aktiv, insbesondere zu den Kriterien für recyclinggerechtes Design, zur Rezyklatberechnung und zur harmonisierten Kennzeichnung.

Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteil: Was ab 2030 gilt
Ab dem 1. Januar 2030 dürfen nur noch recyclingfähige Verpackungen in Verkehr gebracht werden. Kunststoffverpackungen müssen zusätzlich einen Mindestanteil an Post-Consumer-Rezyklat (PCR) enthalten. Beides erfordert lange Vorlaufzeiten für Design, Materialtests und Lieferverträge. Rezyklatquoten (englisch: recycled content) legen fest, welcher Mindestanteil einer Kunststoffverpackung aus recyceltem Material stammen muss.
Recyclingfähigkeit nach Leistungsstufen
Art. 6 teilt Verpackungen nach ihrer Recyclingfähigkeit in die Leistungsstufen A, B und C ein. Grundlage sind Kriterien für recyclinggerechtes Design, die die Kommission per delegiertem Rechtsakt festlegt.
- Ab 2030: Verpackungen müssen mindestens Stufe C erreichen.
- Ab 2035: Verpackungen müssen zusätzlich in großem Maßstab tatsächlich recycelt werden.
- Ab 2038: Stufe C entfällt, zulässig sind nur noch A und B.
Die Leistungsstufe soll zudem die Höhe der Lizenzentgelte beeinflussen. Gut recycelbare Verpackungen werden damit auch wirtschaftlich günstiger.
Rezyklatquoten für Kunststoffverpackungen
Rezyklatquoten legen fest, welcher Mindestanteil einer Kunststoffverpackung aus recyceltem Material stammen muss. Maßgeblich ist, ob die Verpackung direkten Kontakt mit dem Produkt hat (kontaktsensitiv) oder nicht. Nach Art. 7 gelten diese Mindestanteile ab 2030, in Klammern die Werte ab 2040:
- Kontaktsensitive Verpackungen aus PET (außer Einweg-Getränkeflaschen): 30 % (50 %)
- Kontaktsensitive Verpackungen aus anderen Kunststoffen (außer Einweg-Getränkeflaschen): 10 % (25 %)
- Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff: 30 % (65 %)
- Sonstige Kunststoffverpackungen: 35 % (65 %)
Ausgenommen sind unter anderem kompostierbare Kunststoffverpackungen, bestimmte Verpackungen für Medizinprodukte und Arzneimittel sowie Verpackungen, deren Kunststoffanteil unter 5 % des Gesamtgewichts liegt. Die Methoden zur Berechnung und Prüfung des Rezyklatanteils legt die Kommission in Durchführungsrechtsakten fest.
Was das in der Praxis bedeutet: Rezyklat in Lebensmittelqualität ist knapp. Wer heute Lieferverträge mit Rezyklatanbietern schließt, sichert sich Mengen und Preise, bevor die Nachfrage 2030 sprunghaft steigt.
Verbote, Leerraum, Mehrweg und Pfand: Was ab 2028 und 2030 gilt
Neben Design und Kennzeichnung greift die PPWR Regulation direkt in das Sortiment ein. Bestimmte Verpackungsformate werden verboten, andere müssen kompostierbar oder wiederverwendbar sein.
Welche Verpackungen sind ab 2030 verboten?
Ab dem 1. Januar 2030 sind nach Art. 25 und Anhang V folgende Einwegkunststoffverpackungen verboten:
- Obst und Gemüse: Verpackungen für unverarbeitetes frisches Obst und Gemüse unter 1,5 kg
- Verzehr vor Ort: Verpackungen für Speisen und Getränke, die in Restaurants und Cafés vor Ort verzehrt werden
- Einzelportionen im Gastgewerbe: Verpackungen für Würzmittel, Soßen, Kaffeesahne und Zucker
- Hotels: Kleine Kosmetik- und Hygieneverpackungen, etwa Shampoo-Fläschchen und einzeln verpackte Seifen
- Bündelfolien: Umverpackungen, die nur dazu dienen, mehrere Produkte an der Verkaufsstelle zu bündeln
Für Verbundverpackungen mit einem Kunststoffanteil unter 5 % gelten die Verbote nicht.
Verpackungsminimierung und Leerraum
Ab 2030 müssen Gewicht und Volumen jeder Verpackung auf das funktional notwendige Minimum reduziert sein (Art. 10). Verpackungen, die durch Doppelwände, falsche Böden oder unnötige Schichten mehr Inhalt vortäuschen, sind unzulässig. Für Sammel-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen darf der Leerraum höchstens 50 % betragen (Art. 24). Erzeuger müssen die Einhaltung in der technischen Dokumentation belegen.
Kompostierbare Verpackungen
Ab dem 12. Februar 2028 müssen bestimmte Verpackungen industriell kompostierbar sein (Art. 9), darunter:
- durchlässige Tee-, Kaffee- und Kräuterbeutel
- Kaffee- und Teepads sowie Kapseln, die zusammen mit dem Produkt entsorgt werden
- Aufkleber auf Obst und Gemüse
- sehr leichte Kunststofftragetaschen
Mehrwegpflichten und Wiederverwendungsquoten
Die Verordnung fördert Mehrweg auf mehreren Ebenen:
- Gastronomie: Ab 2028 müssen Anbieter von Take-away-Speisen und -Getränken Kunden die Möglichkeit geben, eigene Behälter mitzubringen, und eine Mehrwegalternative anbieten.
- Transportverpackungen: Ab 2030 gelten Wiederverwendungsquoten für Paletten, Kisten und ähnliche Transportverpackungen innerhalb der EU (Art. 29). Für Transporte zwischen Standorten desselben Unternehmens gilt grundsätzlich eine Mehrwegpflicht.
- Getränke: Für bestimmte Getränkeverpackungen sind ebenfalls Mehrwegziele vorgesehen.
Pfandsysteme ab 2029
Bis zum 1. Januar 2029 müssen alle Mitgliedstaaten Pfandsysteme für Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen aus Metall bis drei Liter einführen (Art. 50). Ziel ist eine Sammelquote von 90 %. Für Deutschland ändert sich wenig, weil ein solches Pfandsystem bereits besteht. Unternehmen, die in Mitgliedstaaten ohne Pfandsystem verkaufen, müssen sich dagegen auf neue Kennzeichnungs- und Rücknahmepflichten einstellen.
PPWR-Kennzeichnung und QR-Code: Was auf die Verpackung muss
Die Verordnung führt eine EU-weit einheitliche Kennzeichnung ein, die Verbrauchern die richtige Mülltrennung erleichtern soll. Nationale Sonderzeichen, die über Recyclingfähigkeit oder Wiederverwendbarkeit irreführen könnten, sind nicht mehr zulässig.
Die Kennzeichnungspflichten (Art. 12) greifen in Stufen:
Name oder Marke und Anschrift des Erzeugers sowie eine Typen- oder Chargennummer.
Harmonisiertes Etikett zur Materialzusammensetzung auf allen Verpackungen. Je nach Verpackung kommen Angaben zu Kompostierbarkeit oder Rezyklatanteil hinzu. Abfallbehälter für die getrennte Sammlung erhalten passende Symbole.
Kennzeichnung der Wiederverwendbarkeit auf Mehrwegverpackungen, ergänzt durch einen QR-Code mit Informationen zu Rücknahmesystem und Sammelstellen.
Zusätzlich können Mitgliedstaaten eine Kennzeichnung vorschreiben, die auf das jeweilige System der erweiterten Herstellerverantwortung hinweist. Diese ist dann in Form eines QR-Codes oder eines anderen offenen, standardisierten Datenträgers anzubringen.
Ist der QR-Code ein Digitaler Produktpass?
Nein. Der QR-Code nach der Verpackungsverordnung ist ein Datenträger für Kennzeichnungs- und Entsorgungsinformationen. Den Digitalen Produktpass regelt die Ökodesign-Verordnung (ESPR) [interner Link zum ESPR-Beitrag]. Beide Systeme setzen aber dasselbe voraus: strukturierte, aktuelle Produktdaten, die über offene Standards abrufbar sind. Proprietäre Kennzeichnungssysteme genügen den Anforderungen nicht.
Was das in der Praxis bedeutet: Ein QR-Code ist nur so gut wie die Daten dahinter. Ergänzen Sie Ihre Artikelstammdaten um Materialzusammensetzung, Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit und Entsorgungshinweise je Verpackungseinheit. Planen Sie in neuen Verpackungsdesigns schon heute Platz für QR-Code und harmonisierte Symbole ein, denn Designs haben lange Vorlaufzeiten.
PPWR in Deutschland: Was das VerpackDG regelt
In Deutschland hat das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) am 12. August 2026 das bisherige Verpackungsgesetz (VerpackG) abgelöst. Der Bundestag hat das Gesetz am 11. Juni 2026 beschlossen, ausgefertigt wurde es am 13. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 207).
Das VerpackDG ersetzt die EU-Verordnung nicht, deren Pflichten gelten unmittelbar. Es regelt, was die Verordnung den Mitgliedstaaten überlässt:
- Vollzug und Zuständigkeiten: Welche Behörden die Einhaltung kontrollieren und wie Registrierung und Meldungen ablaufen
- Erweiterte Herstellerverantwortung: Systembeteiligung, Registrierung und Lizenzentgelte, angepasst an den europäischen Hersteller-Begriff
- Nationale Recyclingquoten: Für Kunststoffverpackungen ab 2028 mindestens 75 % und ab 2030 mindestens 80 %
- Rezyklateinsatz: Der Bundestag hat die Bundesregierung aufgefordert, zügig Rechtsverordnungen für den Einsatz von Rezyklaten vorzulegen.
- Sanktionen: Bußgeldvorschriften für Verstöße gegen beide Regelwerke
Was ändert sich gegenüber dem Verpackungsgesetz?
Für Unternehmen, die bisher schon nach dem VerpackG registriert und lizenziert waren, bleibt das Grundprinzip gleich: Wer verpackte Waren erstmals in Deutschland in Verkehr bringt, muss sich registrieren und sich an einem System beteiligen. Neu sind vor allem die Begriffe, die der EU-Verordnung folgen, sowie die Pflichten aus der Verordnung selbst, insbesondere Konformitätserklärung und PFAS-Grenzwerte. Prüfen Sie daher, ob Ihre bestehende Registrierung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister die neue Rollenlogik korrekt abbildet.
Für Unternehmen mit Vertrieb in mehreren EU-Ländern gilt: Die Registrierungspflicht besteht in jedem Mitgliedstaat, in dem Verpackungen erstmals bereitgestellt werden. Wer keinen Sitz in einem Absatzland hat, muss dort in der Regel einen Bevollmächtigten für die Herstellerverantwortung benennen. Auch in Österreich und anderen Mitgliedstaaten werden nationale Durchführungsgesetze erlassen, deren Stand Sie für Ihre Vertriebsländer verfolgen sollten.
Sanktionen: Was bei Verstößen gegen die Verpackungsverordnung droht
Die Verordnung selbst legt keine einheitlichen Bußgeldhöhen fest. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen vorzusehen (Art. 68). In Deutschland sind diese im VerpackDG geregelt. [Bußgeldrahmen aus dem VerpackDG ergänzen und Paragraf nennen]
Neben Bußgeldern drohen Unternehmen weitere Konsequenzen, die oft schwerer wiegen:
- Vertriebsverbote: Marktüberwachungsbehörden können das Bereitstellen nicht konformer Verpackungen untersagen.
- Rückrufe: Bei anhaltenden Verstößen kann die Rücknahme bereits ausgelieferter Ware angeordnet werden.
- Delistings: Handelspartner und Marktplätze verlangen Konformitätserklärungen und EPR-Nachweise. Fehlen sie, werden Produkte nicht gelistet.
- Wettbewerbsrechtliche Abmahnungen: Fehlende Registrierungen und falsche Umweltaussagen auf Verpackungen werden in Deutschland regelmäßig von Mitbewerbern abgemahnt.
- Reputationsschäden: Verpackungen tragen Nachhaltigkeitsversprechen sichtbar nach außen. Fehler dort fallen sofort auf.
Die drei größten Compliance-Risiken
Wer seine Marke auf die Verpackung setzt, ist Erzeuger, auch wenn ein Dienstleister produziert und abfüllt.
Eine recyclingfähige Verpackung ohne Erklärung und Dokumentation ist trotzdem nicht konform.
Die Verordnung ordnet Pflichten Rollen zu, nicht Abteilungen. Wenn Einkauf, Qualität und Compliance sich gegenseitig für zuständig halten, bleibt die Pflicht unerfüllt.

Sonderfälle
PPWR für KMU
Die Verordnung gilt grundsätzlich unabhängig von der Unternehmensgröße. Für Kleinstunternehmen sieht sie einzelne Erleichterungen vor, etwa bei bestimmten Mehrweg- und Informationspflichten. Konformitätserklärung, PFAS- und Schwermetall-Grenzwerte gelten dagegen auch für kleine Unternehmen. Die größten Hürden für KMU liegen in begrenzten personellen und technischen Ressourcen, insbesondere bei der Datenerhebung bei Lieferanten.
Ein realistischer Einstieg für KMU:
- mit den umsatzstärksten Produkten beginnen
- die Rolle je Produkt klären und dokumentieren
- Lieferantenerklärungen gezielt für diese Produkte einholen
- kostenlose Leitfäden und Veranstaltungen von IHKs und Branchenverbänden nutzen
PPWR für Onlinehändler und Marktplätze
Im E-Commerce ist das Risiko besonders hoch, weil Angaben zunehmend automatisiert geprüft werden. Onlinehändler sind für ihre Versandverpackungen selbst verantwortlich und müssen ab 2030 die Leerraumgrenze von 50 % einhalten. Marktplatzbetreiber müssen sicherstellen, dass Anbieter auf ihrer Plattform registriert sind. Bei Ware aus Drittstaaten ohne EU-ansässigen Importeur können Fulfilment-Dienstleister in die Verantwortung rücken.
Praxisbeispiel: Ein Modeunternehmen lässt in Asien fertigen und importiert unter eigener Marke in die EU. Es ist zugleich Erzeuger und Importeur und verantwortet alle Verpackungsebenen: Hangtags, Polybags, Etiketten und Versandkartons. Gerade Kleinteile wie Polybags und Befestigungselemente beeinflussen die Recyclingfähigkeit und müssen in der technischen Dokumentation erfasst werden.
Was gilt für Gastronomie und Hotellerie?
Gastgewerbe und Hotellerie sind von den neuen Regeln besonders betroffen. Ab 2028 gilt das Mehrwegangebot für Take-away, ab 2030 sind Einwegkunststoff für den Verzehr vor Ort, Einzelportionen und kleine Hotel-Kosmetikverpackungen verboten. Betriebe sollten ihr Sortiment frühzeitig prüfen und Mehrwegsysteme einplanen.
Was gilt für Unternehmen außerhalb der EU?
Auch Unternehmen ohne Sitz in der EU müssen die Verordnung einhalten, wenn ihre Verpackungen auf den EU-Markt gelangen. Ihr EU-Importeur muss prüfen, ob eine Konformitätserklärung vorliegt, und trägt bei Mängeln die Verantwortung. Für die EPR-Pflichten ist in jedem Absatzland ein Bevollmächtigter zu benennen.

PPWR umsetzen: Fünf Schritte für Unternehmen
Die neuen Regeln stellen Unternehmen vor viele Aufgaben, aber nicht alle müssen gleichzeitig erledigt werden. Diese Reihenfolge vermeidet Doppelarbeit und schafft eine Grundlage für die Pflichten ab 2028 und 2030.
Umsetzung in 5 Schritten
Bevor Verpackungen angepasst oder Lieferanten befragt werden, muss feststehen, ob Sie für ein Produkt Erzeuger, Importeur, Vertreiber oder Hersteller sind. Für den Start genügt eine Artikelliste mit Marke, Herkunft und Absatzländern.
Prüfen Sie, für welche Verpackungen bereits eine Konformitätserklärung und technische Dokumentation vorliegt. Priorisieren Sie Lebensmittelkontaktverpackungen wegen der PFAS-Grenzwerte.
Materialzusammensetzung, Gewicht, Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit und Stoffnachweise müssen je Verpackungseinheit vorliegen. Das Einholen dieser Daten bei Lieferanten dauert erfahrungsgemäß länger als erwartet.
Verankern Sie die neuen Anforderungen in neuen und verlängerten Verträgen: Lieferung von Materialdaten, PFAS- und Schwermetallerklärungen, Nachweise zur Recyclingfähigkeit und zum Rezyklatanteil.
Verpackungs-Compliance betrifft Verpackungsentwicklung, Einkauf, Qualitätsmanagement, Vertrieb, IT und Recht. Benennen Sie eine verantwortliche Person oder eine abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe und definieren Sie einen Freigabeprozess: Eine Verpackung geht erst in Verkehr, wenn alle Nachweise vorliegen.
Ähnliche Anforderungen an Lieferantendaten und Supply-Chain-Governance stellen auch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die EUDR . Wer bestehende Prozesse für Lieferantenabfragen nutzt, spart bei der Umsetzung erheblichen Aufwand.
Fazit
Die EU-Verpackungsverordnung ersetzt den Flickenteppich nationaler Regeln durch ein einheitliches System aus Rollen, Konformitätsnachweisen und Designvorgaben. Seit dem 12. August 2026 entscheidet die Konformitätserklärung darüber, ob eine Verpackung auf den EU-Markt darf. Bis 2030 kommen Recyclingfähigkeit, Rezyklatquoten und Formatverbote hinzu. In Deutschland ergänzt das VerpackDG die Verordnung um Vollzug, Registrierung und Sanktionen.
Kurzfristig bedeutet das mehr Aufwand. Langfristig sinken Mehrfachaufwände, weil dieselben Daten in allen Mitgliedstaaten gelten. Unternehmen, die ihre Rollen sauber klären und ihre Verpackungsdaten strukturiert aufbauen, gewinnen Planungssicherheit und eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten und Rezyklatanbietern.
Fünf Fragen, mit denen Sie Ihren Reifegrad einschätzen können:
- Wissen Sie für jedes Produkt, ob Ihr Unternehmen Erzeuger, Importeur, Vertreiber oder Hersteller ist?
- Liegt für jede Verpackung im Sortiment eine EU-Konformitätserklärung mit technischer Dokumentation vor?
- Haben Sie für alle Lebensmittelkontaktverpackungen belastbare PFAS-Nachweise?
- Sind Materialzusammensetzung, Gewicht und Rezyklatanteil je Verpackung zentral erfasst, oder liegen sie verstreut in E-Mails und Excel-Listen?
- Sind Sie in allen Absatzländern registriert, und ist dort ein Bevollmächtigter benannt, wo Sie keinen Sitz haben?
Wenn eine dieser Fragen offen bleibt, ist das in den meisten Fällen kein Organisationsproblem, sondern ein Datenproblem. Und genau das lässt sich lösen.
Häufige Fragen
PPWR steht für Packaging and Packaging Waste Regulation, auf Deutsch die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Gemeint ist die Verordnung (EU) 2025/40, die als neue EU-Verpackungsverordnung die bisherige Verpackungsrichtlinie 94/62/EG ersetzt.
Die Verordnung ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Weitere Pflichten folgen gestaffelt, unter anderem 2028 zur Kennzeichnung, 2029 zu Pfandsystemen und 2030 zu Recyclingfähigkeit, Rezyklatquoten und Verboten.
Seit dem 12. August 2026 brauchen Verpackungen eine EU-Konformitätserklärung mit technischer Dokumentation. Zudem gelten Grenzwerte für Schwermetalle und PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelkontaktverpackungen sowie die Kennzeichnung des Erzeugers auf der Verpackung.
Die Konformitätserklärung stellt der Erzeuger aus, also das Unternehmen, das die Verpackung herstellt oder herstellen lässt und unter eigenem Namen oder eigener Marke vermarktet. Importeure müssen prüfen, ob eine Erklärung vorliegt, und eine Kopie aufbewahren.
Der Erzeuger ist für die Konformität der Verpackung zuständig: Bewertung, Dokumentation, Erklärung und Kennzeichnung. Der Hersteller ist im Sinne der erweiterten Herstellerverantwortung derjenige, der Verpackungen erstmals in einem Mitgliedstaat bereitstellt. Er muss sich registrieren, Mengen melden und Entsorgungskosten tragen. Oft ist dasselbe Unternehmen beides.
Nein. Trotz Forderungen mehrerer Verbände hat die EU-Kommission eine Verschiebung ausgeschlossen. Die Pflichten gelten seit dem 12. August 2026.
Das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz ist das deutsche Begleitgesetz zur PPWR. Es hat am 12. August 2026 das Verpackungsgesetz ersetzt und regelt Vollzug, Registrierung, Systembeteiligung, nationale Recyclingquoten und Bußgelder.
Ja. Die Verordnung kennt keine allgemeinen Bagatellgrenzen. Für Kleinstunternehmen gibt es einzelne Erleichterungen, die Kernpflichten wie Konformitätserklärung und Stoffgrenzwerte gelten jedoch für alle.

Larissa Ragg
LinkedInMarketing Managerin · lawcode GmbH
Larissa Ragg verantwortet die Content-Strategie bei lawcode und erstellt Fachbeiträge zu den Themen EUDR, ESG-Compliance, HinSchG, Supply Chain und CSRD. Ihre Beiträge auf dem lawcode Blog machen komplexe regulatorische Anforderungen verständlich und liefern Unternehmen praxisnahe Orientierung.





